prehistoric and archaeological translations
Straw Museum Wohlen, permanent exhibition
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Straw as a raw material


The beginnings of the Freiamt straw hat plaiting industry date back to the late 18th century. Thanks to the fertile soils, the cultivation of grain was widespread throughout the region. Initially, straw – threshed and dried stalks of cereal plants – was a by-product. Over time, however, grain was cultivated specifically for the straw plaiting industry, and the plants were harvested before they were ripe and had reached their maximum height. Straw as a natural raw material has characteristics unequalled by any of the artificial materials: it is light, durable, resilient, and has a lovely lustre. The main type of grain cultivated in and around Wohlen was rye. Compared to other types of straw, for example wheat straw, rye straw is quite dark in colour. It retains its resiliency and strength even when split into the finest strips. Rye was used in numerous ornaments and plaits. Wheat straw is lighter in colour, finer, and less robust. Compared to rye straw plaits, wheat straw plaits look daintier. They are also easier to dye. Despite repeated attempts, however, the large-scale cultivation of wheat in the Freiamt region was unsuccessful.
 

Der Rohstoff Stroh


Die Anfänge der Freiämter Hutgeflechtindustrie gehen bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Schon damals war der Getreideanbau auf den fruchtbaren Böden in der Region weit verbreitet. Stroh – gedreschtes und getrocknetes Getreide – war zu Beginn ein Nebenprodukt. Erst im Laufe der Zeit baute man eigens für die Flechterei Getreidepflanzen an und schnitt sie in der sogenannten Milchreife, noch bevor das Korn seine maximale Grösse erreicht hat. Der natürliche Rohstoff Stroh weist Eigenschaften auf, mit denen es kein künstli- ches Material aufnehmen kann: Stroh ist leicht, dauerhaft, spannkräftig und voller Glanz. In und um Wohlen wurde vor allem Roggen angepflanzt. Das Roggenstroh ist im Vergleich zu anderen Sorten, z. B. dem Weizenstroh, relativ dunkel. Es bleibt biegsam und stark, selbst wenn es in feinste Streifen gespalten wird. Der Roggen fand in zahlreichen Ornamenten und Geflechten Verwendung. Das hellere und feinere Weizenstroh ist weniger widerstandsfähig. Dafür haben Weizenstroh-Geflechte im Vergleich zu Geflechten aus Roggenstroh ein anmutigeres Aussehen. Zudem sind sie einfacher zu färben. Trotz wiederholter Versuche war der grossflächige Anbau von Weizen im Freiamt aber nicht erfolgreich. in Höhlen und Zelten